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Finnisches Baugesetz 2025: Herausforderungen und Chancen für TGA-Hersteller

29.04.2025

MagiCAD Group

MagiCAD Cloud für Hersteller

Anfang 2025 beginnt für die finnische Bauindustrie eine neue Ära mit dem Inkrafttreten eines neuen Baugesetzes. Dieses Gesetz integriert den Klimaschutz umfassend in die Baugesetzgebung und erfordert tiefgreifende Veränderungen in den Praktiken des Bauwesens. Aus Sicht der TGA-Hersteller (Technische Gebäudeausrüstung) zählt zu den bedeutendsten Änderungen die Verpflichtung zur Nutzung von Datenmodellen sowie umfassenden Energie- und Klimabewertungen.

Das bisherige Gesetz über Landnutzung und Bauwesen (132/1999) und dessen Verordnung (895/1999) regeln den Bausektor in Finnland seit dem Jahr 2000. Seitdem wurden zahlreiche Änderungen und Ergänzungen vorgenommen. Doch das Umfeld hat sich derart gewandelt, dass eine vollständige Überarbeitung des rechtlichen Rahmens notwendig geworden ist. Ein treibender Faktor ist die EU-Taxonomie für nachhaltige Finanzen, deren erster delegierter Rechtsakt zu Kriterien für Klimaschutz und -anpassung 2021 veröffentlicht wurde.

▶ Bekanntmachung des neuen Gesetzes auf der Website des Umweltministeriums lesen

Der überarbeitete Rechtsrahmen verpflichtet sich zu Verantwortung, Qualität und nachhaltiger Entwicklung im finnischen Bauwesen. Ziel ist es, CO₂-Fußabdrücke zu verringern, Lebenszyklen von Gebäuden zu verlängern und die Bauqualität zu steigern. Darüber hinaus fördert das Gesetz effizientere Bauprozesse, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung. Die neuen Regelungen treten größtenteils am 1. Januar 2025 in Kraft.

Schlüsselbegriffe des neuen Gesetzes: BIM, IFC, Digitaler Zwilling, LCA, EPD und GWP

Ein zentrales Konzept des neuen Gesetzes ist BIM (Building Information Modelling), also die modellbasierte Planung von Gebäuden. BIM steht für eine kooperative Arbeitsweise, bei der Informationen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg geteilt werden.

▶ Mehr über BIM auf unserer Website

Ein bedeutender Standard für BIM-Dateien ist IFC (Industry Foundation Classes). Dabei handelt es sich um ein offenes Format zur Strukturierung von Baudaten, das die Interoperabilität zwischen verschiedenen Softwarelösungen sicherstellt.

Wird ein Datenmodell im Verlauf des Bauprozesses fortlaufend mit Informationen ergänzt und aktuell gehalten, spricht man von einem Digitalen Zwilling. Beispielsweise sollten nachträgliche Materialänderungen auf der Baustelle im Modell dokumentiert werden.

LCA (Life Cycle Assessment) bezeichnet die Ökobilanz eines Gebäudes, also die Bewertung aller Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung oder Wiederverwertung.

EPD (Environmental Product Declaration) basiert auf LCA und ist eine standardisierte, zusammengefasste Umweltdeklaration von Produkten. Sie liefert Informationen zu Energieverbrauch, CO₂-Emissionen, Wasserverbrauch und Herkunft der Materialien.

GWP (Global Warming Potential) beschreibt das Treibhauspotenzial eines Gases im Vergleich zu CO₂. GWP-Werte sind essenziell in LCA- und EPD-Berichten und werden zur Bewertung der Klimawirkung herangezogen.

BIM an vorderster Front

Mit dem neuen Baugesetz wird der Übergang von klassischen 2D-Plänen hin zu 3D- und digitalen Bauweisen gefördert. Laut Abschnitt 60 muss künftig ein digitales, modellbasiertes Baugesuch eingereicht werden, dass ein 3D-Modell mit Lage, Geometrie und Gebäudedaten umfasst – maschinenlesbar für die Behörden. Auch Sanierungs- und Änderungspläne sind auf diese Weise einzureichen.

Dies bedeutet, dass Gebäude bereits zur Bauantragsstellung digital modelliert sein müssen. Änderungen während der Bauphase sind im Bestandsmodell nachzuführen, um einen digitalen Zwilling zu schaffen. Die Umsetzungspflicht für digitale Baugenehmigungen beginnt am 1. Januar 2026.

Viele TGA-Hersteller haben das Potenzial von BIM erkannt und sogenannte BIM-Objekte für ihre Produkte entwickelt, die sich in das Gebäudedatenmodell integrieren lassen.

▶ Mehr über die Erstellung von BIM-Objekten auf unserer Website

Umweltanforderungen und ihre Auswirkungen auf TGA-Hersteller

Abschnitt 61 des Gesetzes schreibt zusätzlich eine Energie- und Klimabewertung sowie eine Materialerklärung beim Bauantrag vor. Die Anforderungen sind hoch und verlangen eine präzisere Datenlage in den Modellen.

Auch andere nordische Länder wie Schweden, Norwegen und Dänemark haben ähnliche Gesetze mit verpflichtenden Ökobilanzen (LCA) eingeführt. In Schweden ist die Klimadeklaration seit 2022 verpflichtend, in Dänemark gelten seit 2023 Grenzwerte, in Norwegen ist TEK17 maßgeblich.

Finnland betreibt mit CO2data.fi eine eigene Umweltdatenbank. Sie enthält generische Emissionswerte, fördert jedoch den Einsatz konkreter EPD-Daten, da diese meist vorteilhafter sind.

Die TGA-Systeme machen einen beträchtlichen Teil der Emissionen im Lebenszyklus von Gebäuden aus, wurden aber bislang unzureichend berücksichtigt. Hersteller effizienter, emissionsarmer Geräte profitieren künftig von einer realistischeren Bewertung – sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich.

Die Rolle von MagiCAD Group zur Unterstützung der Hersteller

MagiCAD bereitet sich seit Langem auf diese neuen Anforderungen vor und hat die MagiCAD Cloud – eine Bibliothek für TGA-Planungsprodukte – genau dafür entwickelt.

Der Schlüssel liegt im Datenmanagement: MagiCAD Cloud unterstützt GTIN-13-Nummern zur eindeutigen Identifikation von Produkten im globalen Supply Chain Management. Zusätzlich können nationale Elektro- und HKL-Nummern hinterlegt werden.

Aktuell müssen EPDs manuell importiert werden, was zeitaufwändig ist. Hersteller können jedoch bereits jetzt ihre EPDs direkt in MagiCAD Cloud integrieren – das erleichtert Planern den Zugriff auf Umweltinformationen erheblich.

▶ Mehr über EPDs auf unserer Website

TGA-Hersteller müssen nun mit der Digitalisierung Schritt halten, um den Anforderungen des neuen Gesetzes gerecht zu werden. MagiCAD Group bietet dabei umfangreiche Unterstützung: Mit MagiCAD Cloud können Hersteller ihre Produkte nahtlos in BIM-Umgebungen integrieren und exakte, aktuelle Informationen liefern – ein Wettbewerbsvorteil im Zeitalter der Nachhaltigkeit.


MagiCAD Manufacturer Services bietet umfassende Lösungen, um TGA-Hersteller sicher durch den Wandel der Digitalisierung und das sich wandelnde Marktumfeld zu begleiten.