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Gründungsgeschichte der MagiCAD Group: Mauri Susilahti erzählt, wie alles begann

19.12.2023

MagiCAD Group

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40 Jahre MagiCAD Group: Zum Abschluss unseres Jubiläumsjahres berichtet Mauri Susilahti von der Gründung unseres Unternehmens und was ihn antrieb.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, das Unternehmen zu gründen?

Mauri: Mit der Entwicklung von Software-Programmen im Bereich der Gebäudetechnik begann ich zuerst in einem anderen Unternehmen. Wir waren in ganz Finnland unterwegs, da habe ich viele Planungsbüros kennengelernt. Das Geschäft war interessant. Ich kündigte also und beschloss mein eigenes Unternehmen aufzubauen.

Anfangs, zwischen 1983 und 1985, wuchs meine eigene Firma recht langsam. Zehn Jahre später waren wir immer noch ziemlich klein, aber wir hatten uns von Standardsoftware auf die Entwicklung von kundenspezifischer Software für TGA-Unternehmen verlagert. Die erste Software dieser Art brachten wir vor mehr als 30 Jahren heraus. Daraus entstanden unsere TGA-Herstellerservices – diesen Geschäftsbereich leitet heute Riitta Korri.

Wir entwickelten Berechnungssoftware für Planungsbüros und vertrieben diese in ganz Finnland. Allmählich begann das Unternehmen zu wachsen. Im Jahr 1990 beschäftigten wir etwa 10 Mitarbeiter und überstanden die Rezession, die Finnland Anfang der 90er Jahre hart traf. Im Nachhinein lässt sich schwer sagen, ob Glück oder Verstand eine Rolle spielte, vermutlich von beidem etwas. Ein Grund war sicherlich der große Projektauftrag von einem schwedischen Unternehmen, den wir erhielten. Gleichzeitig haben wir aber auch kontinuierlich unsere eigenen Produkte entwickelt.

Wie war die Anfangszeit des Unternehmens?

MagiCAD Group founder Mauri Susilahti
MagiCAD Group Gründer Mauri Susilahti

Mauri: Die Anfänge waren stark geprägt von Unternehmergeist und ingenieurstypischem Antrieb. Unseren ersten Mitarbeiter, Pertti Pavela, stellten wir 1985 ein. 1986 kam Jorma Jokela dazu. Wir hatten unser eigenes Büro, auch wenn wir anfangs oft umzogen.

Während der Rezession im Jahr 1992 erwarben wir wesentlich größere Räumlichkeiten, in denen wir bis 2007 blieben. Wir hatten ziemlich viel Platz und wuchsen in einem guten Tempo. Schon zu Anfang der Neunziger konsultierten wir Unternehmensberater, um unsere Betriebsprozesse und das Management besser zu strukturieren. Der unternehmerische Antrieb blieb jedoch erhalten.

Wie war die Unternehmenskultur der MagiCAD Group, als das Unternehmen zu wachsen begann? Gab es eine Art Vision der angestrebten Kultur und Atmosphäre?

Mauri: Aufgrund der Besitzverhältnisse waren wir quasi ein Familienunternehmen. Es herrschte eine gute Arbeitsatmosphäre, auch wenn wir viel diskutiert haben. Beispielsweise darüber, welche Richtung man einschlagen sollte und welche nicht. Aber die Dinge wurden immer miteinander besprochen, und Entscheidungen nie im Alleingang getroffen.

Diese Art der Zusammenarbeit wirkte sich sehr positiv auf unseren Arbeitsalltag aus. Wäre unser Teamgeist und unsere Tatkraft noch eher von einem professionelleren Management begleitet worden und hätte zum Beispiel zu einer klareren Arbeitsteilung geführt, hätte sich das Unternehmen sogar schneller entwickeln können.

Welche Art von Führung war bei der Gründung der MagiCAD Group erforderlich? Hat sich das im Laufe der Jahre verändert und wenn ja, wie?

Mauri: Unsere Führung stand im Einklang mit einem von Ingenieursgeist getriebenen Unternehmen. Wir waren immer bestrebt, über den Tellerrand zu schauen, anstatt stur nach vorne zu gehen oder zu glauben, dass wir mit allem Recht haben. Wir hatten eine hohe Arbeitsmoral und den Willen, die Dinge zu erledigen. Außerdem wurden in den größten Wachstumsphasen des Unternehmens keine größeren Fehler gemacht.

Nach welcher Art von Mitarbeitern hat das Unternehmen gesucht, bevor es zu wachsen begann und dann im Laufe der Jahre? Gab es Eigenschaften oder Stärken, die besonders gefragt waren?

Mauri: Anfangs haben wir nach technischem Fachwissen gesucht. Im Nachhinein betrachtet, hätten wir mehr Projektmanagement- und Führungsqualitäten im geschäftlichen Bereich suchen können. Auch hätte man bei der Einstellung neuer Mitarbeitenden Projektmanagement und technische Fähigkeiten trennen können. Damals gab keine große Auswahl an Personen, die wir hätten rekrutieren können. Die technische und mathematische Seite stand für uns im Vordergrund. Wir hatten auch keine gesonderten Stellenausschreibungen. Stattdessen wurden neue Mitarbeitende in der Regel über persönliche Kontakte gefunden.

Was hat Ihrer Meinung nach den Erfolg des Unternehmens am meisten beeinflusst?

Mauri: Einer der wichtigsten Aspekte war, dass es uns gelungen ist, in die Exportmärkte einzutreten. Finnland war eine Art Rückgrat und hat eine wichtige Rolle gespielt. Aber wenn wir uns nur auf den Inlandsmarkt verlassen hätten, wäre das Unternehmen wahrscheinlich bei einer bestimmten Größe und auf einem bestimmten Niveau stagniert.

In den Jahren 1990-1991 pflegten wir enge Beziehungen zu unseren Kunden und waren in der Lage, ihre Bedürfnisse zu verstehen. Unsere Arbeit war qualitativ hochwertig und die MagiCAD Group wurde als kompetent wahrgenommen. Das trug zur Steigerung unseres Bekanntheitsgrads bei. Der vorhin erwähnte schwedische Kunde empfahl uns an Neukunden weiter. So begann sich für uns der Markt dort und schließlich auch in anderen Ländern auszuweiten. Unsere Qualitätsprodukte, unsere Beziehungen und unsere Kommunikation haben wesentlich zu unserem Erfolg beigetragen.

Was war der Höhepunkt Ihrer Karriere bei der MagiCAD Group?

Mauri: Einer der Höhepunkte war, als wir anfingen, die MagiCAD-Software selbst zu vertreiben. Noch besser wurde es, als die Produkte sich tatsächlich verkauften und unser Wachstum vor etwa 20 Jahren richtig angeschoben wurde. Schon in den frühen Nuller-Jahren waren wir in den nordischen Ländern sehr bekannt. Als man merkte, dass wir gut waren und uns auf dem Markt behaupten konnten, hat das unser Wachstum nur noch beschleunigt. Ein weiterer Höhepunkt war, als der Geschäftsbereich der TGA-Herstellerservices durch die Kombination von Hersteller-Produktdaten mit der Datenmodellierung richtig durchstartete.

Wie sah die TGA-Branche zu Beginn aus und wie hat sie sich seitdem entwickelt?

Mauri: In den Achtzigern begann die Gebäudetechnik sich stark zu entwickeln und die ersten CAD-Softwares kamen in Finnland auf den Markt. Meiner Meinung nach brachte die Einführung von CAD-Software die größte Veränderung für die Branche. Die MagiCAD Group setzte ab Mitte der Neunziger CAD-Technologie ein. Das eigentliche MagiCAD-Softwareprodukt, wurde 1998 entwickelt. Im Laufe der Jahre wurde die Branche erheblich komplexer. Die Systeme der technischen Gebäudeausrüstung sind heute so komplex, dass sie ohne moderne Software nicht mehr zu planen sind.


 

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